Jahresberichte

Informationen zu Anfragen an das GGIZ seit 1994

Die Zahl der jährlichen Anfragen an das GGIZ hat sich seit seiner Gründung 1994 mehr als verdoppelt. Das ist weniger auf eine Zunahme der Vergiftungshäufigkeit als vielmehr auf eine stetig wachsende Inanspruchnahme des Zentrums zurückzuführen.

Der hohe Anteil an Expositionsfällen (Vergiftungen und Verdachtsfälle) wird durch eine große Zahl von Anrufen aus Kliniken verursacht. Im Laufe eines Jahres ist ab Juni eine deutliche Zunahme der Anfragen zu verzeichnen, die bis in den Oktober anhält, ein Zeitraum also, in dem in der natürlichen Umwelt durch giftige Pflanzen, Pilze und Tiere eine zusätzliche Gefährdung auftritt.

Neben den Anfragen aus den beteiligten Ländern werden Auskünfte kostenfrei auch an Anrufer aus dem gesamten Bundesgebiet erteilt. Aber auch Tierärzte und private Tierhalter werden in Erfurt mit ihren Fragen nicht abgewiesen, wenn Vergiftungsverdacht bei Haus- und Nutztieren besteht.

Insbesondere Kliniken (45%), private Anrufer (34%) und niedergelassene Ärzte (7%) nehmen die Leistungen des GGIZ in Anspruch.

Vergiftungen und Vergiftungsverdacht im Kindesalter verursachen die Hälfte aller Anfragen von Eltern und aus Arztpraxen. Kleinkinder sind dabei durch ihr Probierverhalten besonders im Haushalt und in der natürlichen Umwelt gefährdet.

Das Vergiftungsrisiko und der Schweregrad vieler Vergiftungen ist im Erwachsenenalter sehr viel höher als bei Kindern. Bei Erwachsenen werden fast zwei Drittel der Fälle durch Arzneimittel verursacht, während bei Kindern auch durch chemisch-technische Produkte und Pflanzen eine große Zahl von Vergiftungsunfällen ausgelöst wird. Todesfälle durch Vergiftungen sind jedoch insgesamt selten.

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